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Mit welchen Gebühren muss ich rechnen, wenn ich einen Rechtsanwalt in Italien beauftrage?

Es kommt vor, dass man in einen Rechtsstreit hineingezogen wird oder aber, selbst gerichtlich vorgehen will.

Wo dieser Rechtsstreit stattfindet, hat erhebliche Auswirkungen auf die Kostenlast. Denn nicht nur die Gerichtsgebühren sind unterschiedlich, auch das Entlohnungssystem der Anwälte im Ausland. In Italien besteht seit der Reform des anwaltlichen Gebührenrechts im Jahre 2014 nun Klarheit. Die voraussichtlichen Kosten sind weitestgehend abschätzbar. Zudem besteht eine Wahlmöglichkeit zwischen gesetzlichen Gebühren nach dem einschlägigen Tarifrecht, ähnlich dem hiesigen Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG), und einer Honorarvereinbarung nach Stundenbearbeitung.

Auf diese Dinge sollten Sie achten:

Klären Sie genau das Mandat, also was genau zu tun ist. Klären Sie Kosten wie Übersetzungen, Fahrtkosten etc. Im Gegensatz zu dem deutschen Gebührenrecht nach RVG, bestehen im italienischen Tarifgesetz keine festen Gebühren für das gerichtliche Verfahren. Diese pendeln, je nach Schwierigkeitsgrad und Dauer der Sache, zwischen Mindest- und Höchstgebühr.

Ein 100%iger Kostenausgleich im Obsiegensfall ist in italienischen Rechtsstreitigkeiten eher die Ausnahme. Oftmals müssen Kosten übernommen werden, auch wenn man den Rechtsstreit "gewonnen" hat.

Wir haben hier nachfolgend eine Modelberechnung entworfen, beruhend auf folgenden Parametern: Zwei Mandanten klagen vor einem italienischen Gericht den Betrag von 15.000,00 € und beauftragen hierzu einen Rechtsanwalt in Italien. Die Streitigkeit ist nicht besonders schwierig noch langwierig.


Gerichtliche Gebühren Rechtsanwalt in Italien. Zivilrechtliche Streitigkeit

Modellrechnung 2017 Rechtsgrundlage: Artt. 1 - 11 D.M. 55/2014

Verfahrensabschnitte

Mittlere

Gebühr €

Prüfung der Sach- und Rechtslage des Falls 875,00
Klageerhebung 740,00
Klageverfahren Geschäftsgebühr/Verhandlungsgebühr 1.600,00
Entscheidung 1.620,00
Betrag gem. Art. 4, Abs.5: 4.835,00
Zuschläge ( in %)
20% für 2. Mandanten (art. 4, Abs.2) 967,00
Gesamtbetrag einschließlich Erhöhung 5.802,00
Kostenersatz ( 15% auf den Gesamtbetrag )    870,30
Versorgungswerk Rechtsanwälte (4% ) 266,89
Gesamtbetrag 6.939,19
22% USt. 1.526,62
Gesamtbetrag: 8.465,81

Haftungsausschluss Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen und schriftlichen News. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des Autors kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt.



Aktuell

  • 6/18: Besserer Schutz gegen Industriespionage und Ausspähen von Geschäftsgeheimnisse in Italien

    Industriespionage und Geschäftsgeheimnisse in Italien

    Die Richtlinie 2016/943/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Juni 2016 über den Schutz von vertraulichem Know-how und Geschäftsgeheimnissen vor unrechtmäßigem Erwerb, unrechtmäßiger Verwendung und Offenlegung wurde nun in Italien umgesetzt und ist seit dem 22.06.2018 in Kraft getreten. Die Verordnung DECRETO LEGISLATIVO 11 maggio 2018, n. 63 erweitert das bestehende Verbot, geschäftliche Informationen und Kenntnisse in missbräuchlicher Weise auszuspähen oder zu nutzen. Danach ist die Verwendung oder Offenlegung eines Geschäftsgeheimnisses rechtswidrig, selbst wenn eine Person wusste (oder, je nach den Umständen hätte wissen müssen), dass das Geschäftsgeheimnis direkt oder indirekt von einem Dritten erlangt wurde, der es unrechtmäßig verwendet hat. Flankiert wird das Verbot durch strafrechtliche und verwaltungsrechtliche Sanktionen; insbesondere wird Artikel 623 des Strafgesetzbuches geändert, der eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren für Personen vorsieht, die Geschäftsgeheimnisse unrechtmäßig erworben haben und diese offenlegen oder für eigene oder fremde Zwecke verwenden. In gerichtlichen Auseinandersetzungen kann das Gericht den Parteien untersagen, die ihnen durch das Verfahren bekannt gewordenen Geschäftsgeheimnisse zu nutzen oder offen zu legen.

     
  • 5/18: Datenschutzgrundverordnung in Italien in Kraft

    Die DSGVO ist zwar europäische Verordnung und gilt in allen Mitgliedsstaaten gleichermaßen. Allerdings bestehen daneben noch nationale, flankierende Gesetzesvorschriften, die stets zu beachten sind, wenn Sie in dem Mitgliedsstaat – auch online – tätig sind.

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  • 3/18: Verschärfte Haftung des Erben für nicht erklärte Steuern des Erblassers

    Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 29.08.2017 - VIII R 32/15, die Haftung des Erben für Steuerschulden des Erblassers empfindlich ausgedehnt. Das Besondere an diesem Fall war, dass der Erblasser Kapitaleinkünfte aus dem Ausland zu Lebzeiten in seiner Steuererklärung nicht angegeben hatte, weil dieser zuletzt an Demenz erkrankt war. Dem Erben war dies bekannt. Ihm oblag dennoch eine Berichtigungspflicht nach § 153 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und Satz 2 AO, so der Gerichtshof. Die Verletzung dieser Berichtigungspflicht kann eine Steuerhinterziehung nach § 370 Abs. 1 Nr. 2 AO durch Unterlassen begründen. Damit erstreckt sich die Festsetzungsverjährung auf 10 Jahre gemäß § 169 Abs. 2 Satz 2 und 3 1. Hs. AO. Ein Miterbe, der keine Kenntnis davon hatte, kann als Gesamtschuldner im selben Zeitraum in Anspruch genommen werden. Allerdings steht ihm ein Entlastungsbeweis zu.

     

     
  • 2/18: EuGH entscheidet zur Erbrechtsverordnung und pauschalen Zugewinnausgleich nach § 1371

    Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat sich in der Rechtssache EuGH, 01.03.2018, C-558/16 zur Qualifikation der Erbteilserhöhung nach § 1371 Abs. 1 BGB geäußert. Der Gerichtshof folgt weitestgehend der Einordnung der jüngsten deutschen Rechtsprechung und wertet den pauschalen Zugewinnausgleich, wonach beim Tod eines Ehegatten ein pauschaler Zugewinnausgleich durch Erhöhung des Erbteils des überlebenden Ehegatten vorzunehmen ist, als erbrechtliche Regelung, die bei Antragstellung eines Nachlasszeugnis aufzunehmen ist.

     

     
  • 01/18 Italienisches Parlament macht den Weg frei für die Patientenverfügung

    Im Dezember 2017 wurde die "nuova legge sul testamento biologico" verabschiedet. Sie ermöglicht, wie bereits seit 2009 in Deutschland, Verfügungen einer Person im Hinblick auf Organspende, Beerdigung und Kremation, vor allem aber zur Schmerztherapie und lebenserhaltende Maßnahmen und künstliche Ernährung. Damit wurde ein vehement ausgetragener Streit zwischen den italienischen Parteilagern beendet. Die Bindungswirkung gilt zunächst für Italienische Staatsbürger mit Wohnsitz in Italien. Es bleibt abzuwarten, wie eine internationale Handhabe erfolgt, wenn sich der Patient beispielsweise im Ausland aufhält. Wir werden berichten.

    lesen Sie auch Patientenverfügung in Italien

     
  • 12/17 Der italienische Fiskus einigt sich mit Amazon

    Nach jahrelanger Auseinandersetzung hat sich der italienische Fiskus, die Agenzia delle Entrate, mit dem Onlinehändler Amazon über die Besteuerung als Betriebsstätte in Italien geeinigt. Damit wurde ein Streit, der Steuerverfahren aus den Jahren 2011 bis 2015 betrifft, beigelegt. (Quelle LaRepubblica, Ausgabe 16/12/17). Ob und wie diese Streitbeilegung die Diskussion über sog. „Betriebsstätte“ im Einkommenssteuerrecht für Onlinehändler in Italien beeinflussen wird, Stichwort „Warenlager“ und „Serverstation“, bleibt zu beobachten. lesen Sie auch

     
  • 11/17 Immobilienmarkt in Italien 2016/2017 zieht an

    Der Immobilienmarkt in Italien zeigt Bewegung nach oben, im Jahre 2016 mit einer Steigerung von 17% gegenüber dem Vorjahr. Unter den Städten weisen die Wohnmärkte in Mailand, Turin, Genua und Bologna die höchsten Zuwachsraten mit 20% auf. Dagegen steht ein zurückhaltender Anstieg mit 10% in den Städten Palermo und Rom, die allein ein Drittel der in den Großstädten verzeichneten Transaktionen erfassen.

    lesen Sie mehr

     
  • 8/17: Neuigkeiten im Gebührenrecht Rechtsanwälte in Italien

    Nach dem Gesetz Legge 4 agosto 2017, n. 124 - G.U. 14 agosto 2017, n. 189, welches zum 29.08.2017 in Kraft getreten ist, sind in Italien tätige Rechtsanwälte verpflichtet, dem Mandanten bei Auftragserteilung einen schriftlichen Kostenvoranschlag zu den anfallenden Gebühren seiner Tätigkeit auszustellen.Damit reagiert der Gesetzgeber auf zahlreiche Proteste der Verbraucherverbände in der Vergangenheit. Moniert wurden dort Gebührenabrechnungen, die in Art und Höhe häufig nicht nachvollziehbar waren. Lesen Sie auch unseren Artikel

    Kosten Rechtsanwalt Italien 2017

     

     

     
  • 07/17: Neue Steuer in Italien bei der Vermietung von Ferienwohnungen

    Mit dem Jahressteuergesetz 2017 wurde eine neue Steuer in Höhe von 21% eingeführt, die bei Mietverträgen mit bis zu 30 Tagen Mietzeit aufgeschlagen wird. Lesen Sie hierzu unseren Beitrag

    Steuer aus Vermietung und Verpachtung kurzeitiger Mietverträge in Italien.

     
  • 5/17: Ehegattenunterhalt in Italien: Kassationshof entscheidet Unterhaltsrecht

    Der erste Zivilsenat gibt seine bisherige Rechtsprechung, den nachehelichen Ehegattenunterhalt an den prägenden wirtschaftlichen Lebensumständen während der Ehezeit anzupassen, auf. In dem entschiedenen Fall folgt der Kassationshof in seinem Urteil n. 11504/17 der deutschen Rechtslage: Besteht eine ausreichende wirtschaftliche Autonomie des Ehegatten, etwa durch Immobilienvermögen, hohes Einkommen, Erwerbsmöglichkeiten oder Bankvermögen, schuldet der andere keinen nachehelichen Unterhalt. Ob sich dieses Urteil in der Rechtsprechung durchsetzen wird, bleibt aber abzuwarten. Der entschiedene Fall betraf einen Ex-Minister und eine erfolgreiche Unternehmerin. Gleichwohl hat der Senat einige grundsätzliche Feststellungen getroffen. Mit der Scheidung entfällt nicht nur das persönliche Verhältnis der Eheleute, sondern auch die gegenseitige wirtschaftliche Verantwortung.

     

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